Diese Fan Fiction wurde von Noise-chan geschrieben. Sie besteht aus vier Kapitel und wurde am 05.10.12 hochgestellt.

Viel Spaß beim lesen.

Hier noch der Link zur Originalen Seite.

 

1. Eingesperrt und vor der Welt verschanzt
Mein Leben war nicht gerade normal. Aus irgendeinem Grund durfte ich das Haus nie verlassen. Ich lernte nie andere Kinder kennen. Ich saß meist in meinem Zimmer und betrachtete mich im Spiegel.

Ich war anders. Ich sah weder meinen Vater noch meiner Mutter ähnlich. Sie hatten beide braune Haare. Aber meine…meiner hatten einen abnormalen Farbton.
Sie waren rosa, genauso wie meine Augen. Nicht zu vergessen diese komischen Hörner, die nicht zu übersehen waren.  

Ich wusste, dass ich abnormal war, auch wenn es meine Eltern nie zugeben wollten. Vielleicht war das der Grund wieso ich nie rausdurfte, ich wusste es einfach nicht.
Nie wollte jemand mir irgendetwas erklären.

Die einzigen Personen die ich überhaupt kannte, waren meine Eltern. Ich war nie in der Außenwelt, es wurde mir immer verboten.
Ich wusste, dass mich meine Eltern sehr liebten, aber… Ich hasste mein Leben.

Obwohl ich fast alles bekam was ich wollte und von ihnen immer umsorgt und geliebt wurde, fehlte mir doch etwas.

Nun war ich 13 Jahre alt und kannte nichts von der Außenwelt. Niemanden…Das Gefühl von Freiheit und Lebensfreude existierte für mich nicht.
Das einzige Gefühl was ich kannte war pure Depression.
Ich wollte diesen gottverdammten, düsteren Ort verlassen.

Jeden Tag wuchs das Bedürfnis danach, das alles einfach hinter mir zu lassen und zu verschwinden.
Langsam waren mir meine Eltern und alles andere hier gleichgültig.
Ich hasste diesen Ort, ich hasste meine Eltern, ich hasste dieses Gefühl.

Es war Mitternacht und wieder konnte ich nicht schlafen.

Durch meine tiefen Depressionen hatte ich seit Kurzem eine Art Schlaflosigkeit entwickelt. Ein weiterer Grund waren diese immer gleichen Träume, in denen ich eine Art weitere Fähigkeit wahrnahm. Meine Eltern machten sich große Sorgen und besorgten mir bestimmte Pillen. Aber ich nahm sie nicht, ich hasste sie, ich hasste meine Eltern, ich war nun mal nicht mehr klein.

Ich setzte mich auf, ich wusste, dass meine Eltern längst schliefen.
Mein Entschluss stand nun fest, ich hielt es in diesem Gefängnis einfach nicht mehr aus.
Ich packte mir das Wichtigste ein, zog mir eine Jacke an und setzte mir eine Mütze auf, um meine Hörner zur verdecken.
Ich kletterte aus dem Fenster und machte mich auf den Weg.
Ich hatte keine Ahnung wo ich eigentlich hinwollte, schließlich war ich nie richtig draußen, aber ich wollte hier weg.  

Ich ging eine Feldstraße entlang, bis ich an einem Hügel mit ein paar Bäumen ankam. Dieser Anblick war einfach so wunderschön. Der Himmel war klar und der Vollmond erhellte die Wiese, die Bäume schimmerten im Mondlicht und alles sah so friedlich aus.
Ich setzte mich unter einen Baum und genoss den Anblick der glänzenden Sterne.
Eine Träne verließ mein Auge. Von diesem Augenblick der Freiheit hatte ich schon immer geträumt und nun war er da.
Ich ließ meinen Blick weiter über die Landschaft streifen. Etwas weiter hinter vielen Ebenen schien sich ein Dorf zu befinden, denn die Finsternis wurde von einzelnen Lichtern erhellt.
Das wäre dann wohl mein Ziel für Morgen. Geld hatte ich ja genug mit, also könnte ich mir morgen einen Schlafplatz suchen.
Dann würde ich auch endlich unter Menschen kommen.

Ich genoss noch eine Weile diesen Anblick, bis ich dann seit Langem die Augen schloss.
Ich konnte wieder schlafen.
2. Freiheit ist was anderes
Ich wurde von den Strahlen der Sonne geweckt, so wie ich sie nie kannte.
Ich war ausgeschlafen und streckte mich gähnend durch.
Es war ein schöner und sonniger Tag.
Jetzt konnte man das Dorf auch besser erkennen, es war gar nicht so weit weg wie ich anfangs dachte.
Ich schnappte mir meine Sachen und machte mich auf den Weg. Es war herrliche in der Sonne spazieren zu gehen. Das Gefühl hatte ich einfach noch nie gespürt und es war einfach überwältigend.

Nach einer Weile war ich schon fast am Ziel angekommen. Ein Ehepaar kam mir entgegen und bleibt vor mir stehen.

„Hallo kleine, ist dir nicht heiß in der Mütze. Es ist schönes Wetter, wieso trägst du denn eine Mütze?“ fragte die Frau freundlich.
Die Menschen hier scheinen freundlich zu sein.
„Weil ich meinen Kopf verdecken muss…“ meinte ich ehrlich.
„Wieso denn? Ist es was Schlimmes?“ fragte sie freundlich.
Ich dachte einmal kurz nach. Auf eine Art waren diese Hörner schlimm, weil sie niemand sonst hatte, aber einerseits war es für mich nichts schädliches, soviel ich wusste.
„Eigentlich nicht, es ist nur was Sonderbares.“ sagte ich kopfschüttelnd.
„Darf ich es mal sehn?“ fragte die Frau. Ich konnte es ihr nicht verübeln, sie war halt neugierig.
Ich zögerte kurz, aber was konnte mir schon groß passieren…Also nickte ich und zog mir langsam die Mütze vom Kopf runter.  
Als ich zur Frau aufsah, hatte diese die Augen weit aufgerissen und hielt sich die Hände vor den Mund. Sie stolperte nach hinten, konnte sich dann aber noch fangen.
„Schatz, Schatz sieh doch, das ist so eine!“ schrie die Frau panisch.
Ihr Mann trat nach vor und auch er hielt sich geschockt den Mund.
„Schnell, schnell renn Schatz!“ schrie die Frau und schon flüchteten sie. Vor mir…

Was hatte das zu bedeuten? So eine, hieß dass es gibt doch noch mehr die so sind wie ich? Aber warum hatten diese Zwei dann Angst vor mir? Ich setzte meine Mütze auf und ging einfach weiter. Egal was das war, es wäre vielleicht besser, diese Mütze nicht mehr abzunehmen, jedenfalls nicht in der Öffentlichkeit.
Es dauerte nicht mehr lange, bis ich im Dorf angekommen war. Ich fühlte mich nun unwohler seit vorhin, schluckte es aber dann runter. Solange ich meine Hörner nicht zeigte, verlief bestimmt alles glatt.
Ich ging durch die Straßen und schaute mich um. Es war wirklich schön hier. Das Dorf war nicht besonders groß, aber wenigstens konnte man sich hier gut zurecht finden.
Das Schild das zu einem Gasthaus führte, erregte dann meine Aufmerksamkeit und ich machte mich auf den Weg.
Es war ein ziemlich großes Gasthaus und es hatte Zimmer für ein paar Nächte zu vermieten. Das sagte mir ein Schild im Fenster. Ich trat langsam herein und erregte für ein paar Sekunden die Aufmerksamkeit einiger Gäste. Ich ging direkt auf die Bar zu. Ich hatte Glück, dass dieses Gasthaus sehr seriös war und deshalb keine überlaute Musik spielte.

„Hallo, ich möchte mir für eine Nacht ein Zimmer mieten…“ sagte ich, als ich vor dem Barkeeper stand.
„Aber natürlich, aber wo sind denn deine Eltern?“
Diese Frage hatte ich befürchtet.
„Keine Sorge, sie wissen Bescheid…“ meinte ich und holte meinen Geldbeutel heraus.
„Wie viel kostet denn eine Nacht?“ fragte ich, als ich im Beutel herumkramte.

Er nannte mir den Preis und führte mich dann zum Zimmer, nachdem ich bezahlt hatte.
Ich verstaute meine Sachen in dem Zimmer und schaute mich noch ein bisschen im Haus um.
Ich schnappte mir mein Geld und ging durch das Dorf. Es war ziemlich schön anzuschauen. Die Sonne schien mir entgegen und der Himmel war klar, keine einzige Wolke am Himmel.
Sommer war die schönste Jahreszeit, ich hatte schon immer geträumt mal im Sommer draußen zu sein.
Doch irgendwie spürte ich Blicke auf mir, die meisten die an mir vorbeigingen flüsterten was zu ihren Freunden oder Partnern. Das war mir ziemlich unangenehm.
Ich tastete an meinem Kopf, die Mütze hatte ich noch auf, also konnte es nicht an meinen Hörnen liegen. Vielleicht lag es einfach nur daran, dass ich im Sommer eine Mütze trug, das musste es sein.
Trotzdem wurde es mir immer unangenehmer, dauernd wurde ich nur angestarrt, es sollte aufhören.
Ich versuchte es einfach zu ignorieren, schließlich war ich hier, um die Freiheit zu genießen.

Als ich an ein paar Polizisten, die anscheinend gerade Pause machten vorbeiging, wurde ich am Arm gepackt. Sofort drehte ich mich um und sah in das Gesicht von einem der Polizisten.
„Was kann ich für sie-…“ bevor ich meine Frage äußern konnte, wurde mir die Mütze vom Kopf gerissen. Sofort wurde ich zu Boden gedrängt und mit dem Fuß gewaltvoll auf den Boden gedrückt.
„Hey, du hattest Recht, das ist so eine!“ schrie der Polizist dem anderen zu.
Ich wusste nicht was das sollte, ich hatte Angst und mir tat alles weh. Tränen flossen mir über die Wange, ich wollte zu meinen Eltern.
Aus dem Augenwinkel heraus konnte ich sehen, wie der andere Polizist auf uns zurannte.
„Sei vorsichtig, sie könnte aggressiv werden!“ schrie der eine.
„Du hast Recht!“ Er sprang von mir weg und entfernte sich von mir. Als ich dann aber aufstehen wollte, zielte er mit einer Pistole auf mich.
Reflexartig hob ich die Hände, ich hatte keine Ahnung was die von mir wollten. Ich bemerkte wie sich einen Menschenmenge bildete, alle Personen dich sich versammelten starrten mich böse oder ängstlich an. Was hatte ich denn getan?

„Wenn du kooperierst werden wir dich nicht töten, also steig in den Wagen, wir bringen dich an einen Ort, wo es viele von dir gibt…“ sagte der Polizist der weiterhin auf mich zielte.
Ich schaute auf die Seite, wo der Wagen stand und ging mit vorsichtigen Schritten auf den Wagen zu.
Ich konnte ein aufschluchzten einfach nicht unterdrücken, ich war schließlich nur ein Kind.
Als ich mich dann auf der Rückbank platzierte, setzten sich auch die Polizisten ins Auto, der eine ließ mich nicht aus den Augen.
Die ganze Fahrt über hatte er die Waffe auf mich gerichtet. Ich zitterte vor Angst und ohne Pause rannten mir die Tränen über die Wangen.
„Was  hab ich denn getan?“ heulte ich.
„Derzeit anscheinend noch nichts, aber das wäre noch früh genug gekommen. Und jetzt Maul halten, ihr miesen Viecher habt nicht das Recht zu reden!“ sagte der Polizist laut.
Was sollte das?
3. Eisernes Gefängnis
Es dauerte dann noch eine Weile, bis wir dann an einem großen Gebäude hielten.
Nach wie vor war die Waffe auf mich gerichtet, selbst als ich ausstieg.
„Los! Beweg dich!“ sagte der Eine laut und schubste mich in Richtung Gebäude.
Es war wirklich riesig, aus dem Blickwinkel konnte ich sehen, wie das Meer das Gebäude umgab.
Das Gebäude selbst war aus Metall und sah ziemlich streng aus.

Langsam ging ich durch den riesigen Eingang, alles war von dicken Wänden und vielen Türen umgeben. Ich schluckte.
Was würde jetzt mit mir passieren? Warum war ich denn überhaupt hier?
Wir gingen noch durch ein paar weitere Gänge, bis wir dann vor einer Art Büro anhielten.
Die eiserne Tür öffnete sich langsam und bevor ich realisieren konnte, was gerade geschah, wurde ich zu Boden geworfen.
Als ich aufsah, bemerkte ich einen großen Mann mit Brille und Anzug vor mir.
Ich traute mich nicht aufzustehen, ich blieb einfach liegen und musterte weiterhin den Mann.

„Doktor Kurama! Wir haben eine Weitere aufgegabelt. Derweil scheint sie noch keine Schwierigkeiten bereitet zu haben!“ sagte der Polizist lautstark.
Ich starrte auf den Mann. Doktor Kurama…

„Sehr gute Arbeit. Sie hatten Glück. Es scheint so, als wären ihre Fähigkeiten noch nicht ausgereift.“ sagte der Mann streng. Durch eine Handbewegung signalisierte er den Polizisten, dass sie nun gehen konnten.  
Die Polizisten taten wie ihnen befohlen und ließen uns alleine.

Wieder fing ich an zu zittern, als der Mann mich streng musterte. Er ging einige Schritte weg und sprach in ein Gerät. Ich verstand nicht wirklich viel. Ich hatte solche Angst…Was würde Kurama jetzt mit mir machen?
Die Polizisten hatten doch gesagt, es gäbe hier viele von meiner Art, aber ich bemerkte keinen einzigen.
Ich konzentrierte mich auf verdächtige Geräusche, als etwas durch meinen Kopf schoss. Ich wusste nicht was da gerade mit mir passierte, aber eins war mit klar. Ich war doch nicht alleine!
Ich konnte ihre Präsenz spüren, ich konnte sie alle spüren…Sie waren hier.
Ich konnte schon fast ihre Schreie hören.
Was war hier los? Was war das hier für ein furchtbarer Ort?!
Die Schreie in meinem Kopf wurden lauter. Ich hielt mir den Kopf, was auch nicht ganz unbemerkt blieb.
Der Doktor hörte auf in dieses Gerät zu sprechen und musterte mich gespannt.
Plötzlich weiteten sich seine Augen und er schien Panik zu bekommen.

„Scheiße!“ schrie er und schnappte sich wieder das Gerät.
„Beeilt euch, es scheint auszubrechen!!“ schrie er direkt in das Gerät und ging noch ein paar Schritte weiter zurück.
Keine paar Sekunden später kamen Männer in Uniformen herein. Alle hatten furchteinflößende Waffen.
Sie packten mich unter den Armen und schleppten mich in einen dunklen Raum, der dann sofort geschlossen wurde.
Ich stand da und konnte mich nicht bewegen. Ich musterte die Männer die in einem gewissen Abstand von mir entfernt waren und auf mich zielten.
Langsam konnte meine Beine mich nicht mehr halten und ich ging zu Boden.
Nein…Ich will zurück…Ich will nach Hause!!!
Ich rieb mit die Augen, doch die Tränen hörten einfach nicht auf.

Nach einer Weile kam dann einer der Männer auf mich zu und drückte mich fest gegen die Wand, sodass ich kaum noch Luft bekam. Er winkte den andere Männer zu.
Von ein paar Männern wurde ich festgehalten, andere fingen an mich an die Wand zu fesseln und der Rest hatte immer noch die Waffen auf mich gerichtet.

Nachdem ich nun vollkommen wehrlos war und mich kaum noch bewegen konnte, verließen die Männer nacheinander den Raum und dann wurde das große Tor geschlossen, bis auch der letzte Lichtspalt komplett verschwunden war.
Es war dunkel…ich konnte wirklich gar nichts erkennen und die Fesseln waren verdammt eng.

Ich wusste nicht wie lange ich es hier schon ausgehalten hatte, aber langsam gab mein Nacken nach und ich konnte meiner Kopf  nicht mehr aufrecht halten. Also ließ ich ihn einfach Fallen und schaute starr auf den Boden. Schon seit einiger Zeit hatte ich aufgehört zu weinen, da es erstmals keinen Sinn hatte und ich mich außerdem schon ausgeweint hatte.
Ist denn niemand da, der mich hier rausbringt?

„Hallo?“
Erst jetzt bemerkte ich wie heißer meine Stimme eigentlich war.
„Ist hier jemand? Ich habe Durst…Bitte…Kann mir irgendjemand ein Glas Wasser bringen?“ flüsterte ich durch die Dunkelheit. Doch es war hoffnungslos, keiner konnte mich hören.

Das einzige was ich noch wahrnehmen konnte, waren die Schreie, die wieder anfingen in meinem Kopf zu hallen. Sie wurden immer lauter. Ich hielt das einfach nicht mehr aus, es machte mich wahnsinnig.
Doch ich konnte nichts dagegen unternehmen, mein Körper verlor an Kraft und auch meine Augenlieder wurden immer schwerer.

Doch ich wollte jetzt nicht einschlafen, denn ich hatte Angst, dass ich vielleicht nie wieder aufwache.
4. Die Innere Stimme

Ich öffnete meine Augen, bereute es aber im nächsten Moment gleich wieder, denn grelles Licht leuchtete mir entgegen. Ich blinzelte und wollte meine Augen reiben. Erst jetzt fiel mir wieder ein, was mit mir passiert ist.
Ich schaue mich um und meine Erinnerungen wurden wieder klarer. Doch etwas wirkte anders als gestern. Der Raum war ein bisschen kleiner, und weiter oben war auch eine dicke Glasscheibe, durch die ich jedoch nichts erkennen konnte.

Ich bemerkte wie kalt es hier eigentlich war, im Gegensatz zu gestern. Doch als ich an mir runter sah, realisierte ich, dass nicht der Raum es war, der kalt war.
Ich war nackt, komplett nackt. Sofort spürte ich, wie mir die Schamesröte ins Gesicht stieg.

„Was soll das?“ schrie ich durch den Raum, aber erinnerte mich, dass es völlig zwecklos war, denn niemand würde mir antworten.
Doch diesmal lag ich falsch.
„Keine Sorge, wir führen nur schnell ein paar Tests durch, dann kannst du wieder in deine Zelle und du wirst was zu Essen bekommen!“ ertönte eine Stimme aus einem Teil des Raumes.
Ich erschrak ein bisschen, doch als ich hörte das ich was zu Essen bekommen würde, machte mein Herz einen kleinen Freudensprung. Erst jetzt bemerkte ich, wie sehr ich eigentlich Hunger hatte und wie laut mein Magen schon knurrte.
Doch welche Tests wollten die eigentlich machen? Und war es unbedingt notwendig, dass ich weiterhin gefesselt und splitternackt war?

Ein lautes Geräusch unterbrach meine Gedanken und meine Aufmerksamkeit widmete sich diesem riesigen, kanonenartigen Ding, das sich auf der Wand zu bewegen begann.
Dann wurde es still.

Im nächsten Moment sah ich eine blitzschnelle, riesige Kugel auf mich zurasen. Ich zappelte herum und versuchte mich loszureißen, doch vergebens…

Alles was ich in den nächsten Momenten wahrnahm, war ein lautes Geräusch und kurz wurde mir schwarz vor Augen.

Doch es dauerte nicht lange, bis ich einen stechenden Schmerz, der meinen gesamten Körper durchzog verspürte. Alles was ich hörte war mein Angstschrei, der durchs Rückenmark ging. Er war laut, schrill und gequält, ich konnte gar nicht aufhören zu schreien und gleichzeitig keuchend nach Luft zu ringen. Es tat weh, fürchterlich.
Meine Augen hatte ich fest zugedrückt, sodass ich befürchtete, sie nie wieder aufmachen zu können. Ich spürte den Schweiß der meinen ganzen Körper einhüllte und die warme Flüssigkeit die mir über meine rechte Körperhälfte rannte.
Erst nach weiteren Sekunden konnte ich feststellen, wo der Schmerz herkam. Der Ursprung des Schmerzes kam aus meinen Rippen und dem Bereich darunter.
Langsam öffnete ich mit aller Kraft meine Augen und musste mich zurückhalten nicht gleich auf den Boden zu kotzen. Ich konnte nicht viel sehen, da mir die Tränen die Sicht nahmen und alles verschwommen machten, doch was ich sah, ließ meine Lunge verkrampfen. Alles war voller Blut, der Boden die Wand, ich und die Kugel die nun neben mir rollte. Wenn mich nicht alles täuscht lagen auch noch ein paar weiße Splitter auf dem Boden, ich hoffte das diese Splitter nicht Teile meiner Rippen waren. Ich konnte nicht mehr.
Mein Körper sackte zusammen und die Fesseln waren das Einzige was mich noch davon abhielt, nicht auf den Boden zu fallen.
Der Schmerz und auch die warme Flüssigkeit an meinen Rippen breitete sich immer mehr aus. Ich biss die Zähne zusammen, die Augen hatte ich wieder geschlossen, die salzigen Tränen rannten an meinen Wangen hinunter und ich konnte hören wie sie auf den Boden tropften. Das einzige was ich eigentlich noch klar hören konnte, das Tropfen meiner Tränen und das Pochen meines Herzens hallten laut in meinem Kopf wieder, der mittlerweile auch schon schmerzte.
Nur so nebenbei konnte ich die empörten Stimmten hinter der Wand hören.

„Was ist nur los?“, „Da stimmt was nicht!“, „Wir müssen was tun, bevor wir ein wichtiges Testobjekt verlieren!“

Das waren ein paar Dinge dich ich wahrnahm.
Langsam wurde alles gedämpfter und wieder wurden meine Augenlieder schwer und diesmal war ich mir sicher, dass ich bestimmt nicht noch einmal aufwachen konnte.

„Warum?“ hauchte ich kaum hörbar und versuchte meine Augen geöffnet zu lassen. Doch ich hörte auf mich dagegen zu wehren. Warum sollte ich noch länger am Leben bleiben wollen, wenn meine Zukunft so aussah. Was sollte ich noch auf dieser Welt?

Doch eins wollte ich wirklich noch wissen…Warum…Wie ist es dazu gekommen? Wenn diese Leute mich umbringen wollte, hätten sie das doch  viel früher tun können…Was hatte ich denn schlimmes verbrochen…Was war das für ein kranker Test wofür war er gut.
Weitere Gedankengänge wurden unterbrochen, als ich wieder diese Stimmen und Schreie vernehmen konnte.

Wieder wurden sie lauter…
„A-Aufhören…“ schluchzte ich schon… Die Kraft verließ mich, ich hörte noch so neben den Stimmen, wie jemand auf mich zukam…Doch das war mir jetzt auch egal, ich schätze sie haben bekommen was sie wollten…

„Die Menschen…“ konnte ich hören und ich war mir sicher, dass es keiner der Stimmen hinter der Wand und im Raum war.
„Die Menschen…sind furchtbare Wesen…“ ich lauschte gespannt weiter und versuchte bei der Sache zu bleiben.
„Sie wollen uns nicht…Du musst sie…“ doch weiter kam die Stimme nicht…Sie wurde durch das pure Nichts, das mich nun umhüllte unterbrochen.

Ich hätte noch gern vor meinem Tod erfahren, wer ich war, warum ich hierher gebracht wurde, und was der Grund war, wieso mich diese Leute quälten, aber vor allem wollte ich wissen, was mir diese Stimme noch mitteilen wollte.
Es war schwarz, ich spürte gar nichts mehr, war taub, und die Gedankengänge wurden weniger, bis ich nur mehr einen Gedanken fassen konnte…

Es ist aus…

Noise-chan, 05.10.12